Jiu-Jitsu- und Karateschule Pöttmes

Herzlich willkommen bei der Jiu-Jitsu- und Karateschule Pöttmes, die als Gastverein die Räumlichkeiten des TSV Pöttmes 1894 e.V. nutzt und deren Mitglieder automatisch auch zum TSV gehören. Wir legen einen besonderen Fokus auf die japanischen Kampftechniken des Jiu-Jitsu und des Karate.
Trainiert wird jeden Dienstag und Freitag (außer in Schulferien) im Gymnastikraum des TSV-Sportheims (Dachgeschoss), Schrobenhausener Straße 52, 86554 Pöttmes. Wer Interesse hat, kann jeder Zeit gerne bei uns vorbeischauen oder sich bei unserem 1. Abteilungsleiter Josef Harrer melden (s.u. Trainingszeiten und Ansprechpartner).
Wie bereits erwähnt, werden bei uns die asiatischen Kampfkünste Karate und Jiu-Jitsu praktiziert, mit dem Fokus auf möglichst realistischer Selbstverteidigung. Spektakulär aussehende Show-Einlagen, wie man sie oft in Filmen sieht, sucht man bei uns vergeblich.
Auch sportliche Erfolge auf Wettkämpfen oder Turnieren spielen bei uns keine Rolle. Beim Sport gibt es Alters- und Gewichtsklassen, oft wird in verschiedene Gürtelstufen eingeteilt, und natürlich werden die Geschlechter getrennt. Hinzu kommen bei allen Kampfsportarten sehr strikte Regelsysteme, welche Verletzungen der Athleten vorbeugen sollen. All dies existiert in der realistischen Selbstverteidigung nicht, im Gegenteil.
Karate beinhaltet Schlagen, Stoßen, Treten, Blocktechniken sowie den Kampf im Stand.
Jiu-Jitsu deckt sämtliche Wurf-, Würge- sowie Hebeltechniken ab, außerdem den Kampf am Boden, welcher vor allem in der Frauen-Selbstverteidigung sehr wichtig ist.

Im Kindertraining (wir haben keine strikte Altersgrenze, jedoch sollten die Kinder mindestens in die zweite Schulklasse gehen) legen wir großen Wert auf die Schulung von Koordination, Gleichgewicht, Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft, außerdem lernen die Kindern die Basistechniken vom Karate und Jiu-Jitsu, natürlich dem Alter entsprechend angepasst. In allen Einheiten sind immer mindestens ein Haupttrainer sowie zwei unterstützende Co-Trainer anwesend, dies gewährleistet eine hohe Trainingsqualität, intensive Betreuung sowie ein hohes Maß an Sicherheit.

Wir unterteilen die Kinder außerdem in Anfänger, Fortgeschrittene und Könner, je nach Alter und Erfahrung. Diese Struktur ermöglicht eine alters- und leistungsgerechte Förderung der Kinder.
Die Fortgeschrittenen trainieren in der Schulturnhalle in Pöttmes.

Trainingszeiten

Dienstag 18:00 Uhr bis 18:50 Uhr: Kinder von ca. 8 bis 10 Jahren (Anfänger)
Dienstag 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr: Jugend ab 13 Jahren und Erwachsene
Freitag 17:30 Uhr bis 18:30 Uhr: Kinder von 10 bis 12 Jahren (Fortgeschrittene)
Freitag 18:00 Uhr bis 18:50 Uhr: Kinder von 10 bis 13 Jahren (Könner)
Freitag 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr: Jugend ab 13 Jahren und Erwachsene

Kontakt

Jiu-Jitsu- und Karateschule Pöttmes
Schrobenhausener Str. 52
86554 Pöttmes

Internet: www.tsv-poettmes.de/kampfsport
E-Mail: kampfsport@tsv-poettmes.de

Ansprechpartner und Trainer

Josef Harrer (1. Vorstand)
2. Dan Jiu-Jitsu, 1. Dan Karate-Do
Tel.: +49 160 4443874
E-Mail: josef_harrer@web.de

Aktuelles

Lehrgänge bereichern unsere Trainingseinheiten

Trainingseinheiten mit anderen Vereinen und Verbänden bereichert das wöchentliche Training durch neue Techniken und helfen, kleine Fehler in wiederkehrenden Übungen zu erkennen und zu beheben. Deshalb hat diesen Winter eine kleine Delegation von uns den DDBV-Lehrgang mit dem Motto „In die Bodenlage, in der Bodenlage, aus der Bodenlage“ in Weilheim besucht. Vermittelt wurden die Techniken von Thomas Gerold (7. Dan Jiu-Jitsu) und Martin Angerer (2. Dan Jiu-Jitsu).

Fortbildungsveranstaltungen werden auch in Zukunft immer wieder besucht werden, um auf den aktuellen Stand der „Technik“ und im Austausch mit anderen Vereinen zu bleiben. Alle erwachsene (aktive und passive) Mitglieder sind gerne eingeladen, den Verein bei Fortbildungsveranstaltungen zu begleiten. 🙂

Weitere Fotos sind in unserer Galerie zu finden.

Vorstandschaft

1. Vorstand & Kassier: Josef Harrer
2. Vorstand: Max Schwegler
Schriftführerin: Jana Beinen
Sportwart: Jonah Biere

Mitgliedsbeiträge

Die hier angezeigten Beiträge entsprechen den Monatsgebühren. Für Prüfungen oder Gürtel fallen keine weiteren Gebühren an.

Kinder: 20,- Euro
Schüler | Azubi | Studenten: 25,- Euro
Erwachsene: 30,- Euro

Ein Kostenloses Probetraining ist jederzeit möglich!

Unsere Geschichte

Unser Verein wurde am 30. März 1991 in Schrobenhausen unter dem Namen „Te-Katana-Do e.V.“ gegründet. Er entstand aus einer Initiative mehrerer Schüler des Gymnasiums Schrobenhausen, welche die in der Wahlveranstaltung „Karate“ angebotenen Trainingsstunden weiterführen und ausbauen wollten.

Foto der Gründungsmitglieder von Te-Katana-Do e.V. als Vorgänger der Jiu-Jitsu- und Karateschule Pöttmes 1991

Da in Schrobenhausen keine geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung standen stellte sich kurze Zeit nach der Gründung für die Vereinsmitglieder bereits eine entscheidende Frage: Wohin sollten die Trainingsaktivitäten verlegt werden? Die Lösung fand sich relativ schnell in dem in Pöttmes neu eröffneten Sportcenter Hammerl, in dem ein Ballet-Raum und bei Bedarf zusätzlich ein Sqash-Court angemietet werden konnte.

Der Trainerstamm, bestehend aus einigen Gründungsmitgliedern, bildete im Laufe der Jahre eine Reihe von fortgeschrittenen Schülern aus, die die Vereinsgeschichte später weiterführen sollten. Durch den berufsbedingten Weggang einiger Trainer und Fortgeschrittener entstand allerdings eine Lücke, die von den Schülern allein nicht kompensiert werden konnte.

Ein glücklicher Umstand führte dazu, dass Georg Winklhofer zu uns stieß. Er übernahm die Trainerverantwortung und fügte dem Trainingsprogramm ein weiteres, bis dahin kaum gekanntes Element hinzu: das Jiu-Jitsu.

Jiu-Jitsu und Zen-Do-Karate sind auch heute noch die beiden Kampfsportarten, deren Ideologien und Techniken das Training bestimmen. Nachdem der ursprüngliche Vereinsname kaum noch etwas über die heute ausgeführten Techniken aussagt (Schwertkampf mit dem Katana wird nicht mehr gelehrt), und auch der Stammsitz des Vereins in der Zwischenzeit nicht mehr in Schrobenhausen ist, wurde auf der Jahreshauptversammlung 2005 beschlossen, den Vereinsnamen in „Jiu-Jitsu- und Karate-Schule Pöttmes e.V.“ zu ändern.

Nachdem das Sportcenter Hammerl im März 2006 schließen musste, standen wieder Veränderungen an. Der Trainingsbetrieb konnte jedoch aufrechterhalten werden: Der TSV Pöttmes stellte kurzerhand seinen Gymnastikraum im Dachgeschoss seines Vereinsheimes zur Verfügung, wo bis heute am Freitagabend und Dienstagnachmittag trainiert wird.

Geschichte des Zen-Do Karate

In den 70er Jahren musste der Kampfsport eine bittere Erkenntnis hinnehmen: Die etablierten Kampfsportarten wie Karate, Tae-Kwon-Do, Kickboxen und Judo hatten mit der ursprünglichen Idee der Kampfkunst nicht mehr viel zu tun. In den Schulen wurden nur noch „Kampfmaschinen“ produziert, brutale Schläger, denen es nur um Sieg oder Niederlage ging und die keine Gelegenheit versäumten, ihr „Können“ unter Beweis zu stellen.

Foto: Fäuste schwarz-weiß

Peter Jahnke, geboren am 16. Dezember 1935, Karate-Großmeister sowie Jiu-Jitsu-, Judo- und Kung-Fu-Meister, erkannte die Situation und gründete eine neue Stilrichtung, genannt „Zen-Do-Karate Tai-Te-Tao“. Jahnke war davon überzeugt, dass Karate aus mehr als nur Selbstverteidigung und Kampf besteht, bei ihm war der geistige Weg so tief verwurzelt, dass er sich sein Leben lang für politisch Verfolgte aus dem In- und Ausland und für misshandelte Kinder einsetzte, für die er sein Leben riskierte. Selbst Morddrohungen konnten ihn nicht von seinem Weg abbringen.
Zen-Do-Karate ist eine Verschmelzung verschiedener Kampfstile. Es distanziert sich von anderen Systemen, da nicht Sieg oder Niederlage zählen, sondern die Schulung des Geistes und des Körpers. Zen-Do-Karate bevorzugt Schlag-, Stoß-, Stich-, Tritt- und Rammtechniken, welche katapultartig mit Schnellkraft (Umwandlung der kinetischen Energie in Deformationsenergie) in Richtung eines Vitalpunktes des Gegners geschossen werden. Alle Techniken sind flexibel, schnell und hart und werden nach dem Naturprinzip „Kraft mit Kraft“, nicht „Kraft gegen Kraft“ ausgeführt.

Schläge werden nicht blockiert sondern abgeleitet, wobei Ausweichbewegungen bevorzugt werden. Der Kampf, bei dem der Grundsatz „miteinander kämpfen, nicht gegeneinander“ gilt, erfolgt geschmeidig und katzenartig. Angriffe werden 2-3 cm vor dem Ziel abgestoppt, erst Fortgeschrittene kämpfen mit leichtem Kontakt zum Rumpf; der Kopf darf nur leicht mit der offenen Hand berührt werden, um Verletzungen vorzubeugen. Nach Jahnkes Tod 1995 trat Lothar Sieber (10. Dan Zen-Do-Karate, 10. Dan Jiu-Jitsu) dessen Erbe an.

Das Graduierungssystem setzt sich wie folgt zusammen:

5. Kyu: Gelbgurt
4. Kyu: Orangegurt
3. Kyu: Grüngurt
2. Kyu: Blaugurt
1. Kyu: Braungurt
1. Dan: Schwarzgurt

Geschichte des Jiu-Jitsu (Judo)

Foto: Stock-Kampf Abwehr

Jiu-Jitsu, im Wortlaut „Dschiu-Dschitsu“ ausgesprochen, war ursprünglich die waffenlose Selbstverteidigung der Samurai, der alten japanischen Ritter. Man nimmt an, dass chinesische Mönche und Händler das sog. „Kempo“ nach Japan brachten und sich daraus in Vermischung mit mehreren japanischen Stilen das heutige Jiu-Jitsu entwickelt hat.

Mit dem zunehmenden technischen Fortschritt geriet das Jiu-Jitsu allerdings in Vergessenheit. Schusswaffen ersetzten Pfeil und Bogen und viele Waffen aus dem Nahkampf. Nur in den Familien der Samurai wurde die „sanfte Kunst“ (jap.) noch von Vater zu Sohn vererbt.

Einige Wenige stellten allerdings Nachforschungen an, unter ihnen der deutsche Mediziner und Anthropologe Erwin Baelz, der um ca. 1880 als Professor an der kaiserlichen Universität von Tokyo tätig war. Er stellte fest, dass viele seiner Studenten aufgrund von Bewegungsmangel krank wurden. Sport als Unterricht kannte man nicht. Eines Tages beobachtet Baelz zufällig einen Jiu-Jitsu Meister, der gerade mit seinem Sohn übte. Nach langen Verhandlungen willigte der Meister ein und unterrichtete ihn. Baelz führte wenig später Jiu-Jitsu als Sportfach an der Universität ein. Damit war ein entscheidender Schritt gemacht, um das Jiu-Jitsu wiederzubeleben. Viele Kampfsportarten wie Aikido oder Judo entstanden direkt oder indirekt aus dem Jiu–Jitsu.

Der Wegbereiter des Jiu-Jitsu in Deutschland war Erich Rahn. Rahns Vater war von Beruf Exportkaufmann und pflegte unter anderem gute Kontakte zu japanischen Botschaftern und Diplomaten. Wenn nun der japanische Botschafter mit seiner Familie zu Besuch nach Deutschland kam, gingen die Kinder nach dem Essen oft spielen. In diesen Spielen kam es zu harmlosen Raufereien, wie sie bei Kindern üblich sind. Und Erich Rahn, damals zehn Jahre alt, wurde von den japanischen Kindern geradezu spielerisch besiegt, obwohl er ihnen körperlich weit überlegen war.
Foto: Kampfsport Stock-Kampf Nahaufnahme

Dank der guten Kontakte seines Vaters war es Erich Rahn im Alter von ca. 20 Jahren möglich, nach Japan zu reisen und dort mehrere Jahre lang Jiu-Jitsu zu lernen. 1906 kehrte er nach Deutschland zurück und gründete in Berlin in einem Nebenraum eines Lokals die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule. Rahn musste jedoch feststellen, das einige Techniken zwar bei den kleinen Japanern prächtig klappten, bei den größeren Europäern allerdings nicht. Also musste er das Jiu-Jitsu „vereuropäisieren“, d.h. er musste neue Techniken entwickeln, die immer funktionierten, auch bei Gegnern, die viel größer und schwerer waren. 1910 wurde Rahn beauftragt Jiu-Jitsu bei der Kriminalpolizei zu unterrichten, ab 1920 gab er in ganz Deutschland Demonstrationen. Er machte die Kampfkunst zu seinem Beruf, kämpfte gegen Herausforderer anderer Kampfsportarten wie Boxer oder Ringer (wobei er übrigens jeden einzelnen Kampf gewann) und gab Unterricht.

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